Modellprojekt "AusbildungsMEISTER"

 „Drei Dinge machen einen guten Meister: Wissen, Können und Wollen“

Der Zunftspruch der Müller gab das Motto für den Ausbilderstammtisch im Rahmen des Modellprojektes "AusbildungsMEISTER" am 23. Juni 2011 vor. Im historischen Ambiente der Schleifmühle Schwerin diskutierten die anwesenden Handwerker mit Vertreterinnen der Schulen, der Handwerkskammer Schwerin, den Mitarbeiterinnen im Projekt Praxislerntag und dem Team AusbildungsMEISTER, wie der Nachwuchs und damit die zukünftigen Fachkräfte­­im Handwerk gesichert werden können.

   

Gute Meister und Meisterinnen zu finden und an das Unternehmen zu binden ist eine zentrale Herausforderung der kommenden Jahre im Handwerk. Trotz momentan anziehender Konjunktur droht in Mecklenburg-Vorpommern ohne intensive Aus- und Weiterbildungsaktivitäten sowie angesichts des Wandels vom traditionellen Handwerk zum Dienstleistungsgeschäft, der demografischen Veränderungen, der Globalisierung und der technolo­gischen Entwicklungen ein erheblicher Fach- und Führungskräftemangel.

Das Projekt „Praxislerntag“ der Kreishandwerkerschaft Schwerin zeigt auf, wie Jugendliche für eine berufliche Perspektive im Handwerk begeistert werden können. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit zwei Schweriner Schulen durchgeführt. Neben der Arbeit in Übungswerkstätten sind die Schüler/-innen regelmäßig für ein Praktikum in einem Unternehmen eigener Wahl. Mit Frau Klatt und Frau Bartel, beide Lehrerinnen an der Astrid-Lindgren-Schule, lernten die teilnehmenden Handwerker zwei sehr engagierte Pädagoginnen kennen und mit ihnen auch die Sichtweise und Arbeit der Schulen im Bereich der Berufsfrühorientierung.

Die oft beklagte mangelnde Ausbildungsreife der Schüler war ein zentrales Thema. Werden die Schüler wirklich „dümmer“ oder verschieben sich nur die Kompetenzen? Die Auszu­bildenden von heute können z. B. häufig sehr gut mit dem Rechner umgehen und verstehen meist intuitiv computer­gestützte Systeme. In die soziale Rolle als Auszu­bildende müssen sie jedoch erst hineinwachsen. 

Zugleich ist jedes Unternehmen, das ausbildet, auch verpflichtet, sich immer wieder seiner pädagogischen Aufgabe bewusst zu werden. Der Unternehmer erhält aus der Schule keine „fertigen“ Mitarbeiter. Eine gute Ausbildung kann junge Fachkräfte an das Unternehmen binden. Ein guter Ruf in der Ausbildung bringt gute Bewerber. Innerhalb der Schule fehlt den Lehrerinnen und Lehrern oft die Zeit, um auf jeden Jungendlichen einzeln einzugehen und die sozialen Kompetenzen zu stärken. Natürlich spielt auch das Elternhaus eine wichtige Rolle. Hier können die Lehrer/innen nicht alle Differenzen - fachlich wie sozial - auffangen und ausgleichen. Die beiden Pädagoginnen werden ihre Erfahrungen vom Ausbilderstammtisch in die Schule tragen und dort versuchen, Ideen und Anregungen einzubringen. Durch den Erfahrungsaus­tausch und die Ansprache bestehender Probleme im Übergang Schule - Betrieb konnten die teilweise unterschied­lichen Perspektiven der Ausbilder wie auch der Schule diskutiert, neue Impulse in der Arbeit mit den Jugendlichen gesetzt und eine Basis für eine weitere gute Zusammenarbeit geschaffen werden.

Im Anschluss an den fachlichen Austausch wurde die Schleifmühle besichtigt, die als Schauanlage mit historischer Technik des 18. Jahrhunderts zur Bearbeitung großer Natursteine ein hervorra­gendes Beispiel für die technologische Entwicklung im Handwerk ist. Die Technik einer alten Handwerkszunft im Wandel der Zeit wurde durch Herrn Leide anschau­lich vorgeführt und erklärt. Die Teilnehmer konnten die historische Steinbearbeitungskunst und deren Erzeugnisse bewundern, erfuhren aber auch von den mit der damaligen Arbeits­weise verbundenen, sehr schweren körperlichen Belastungen für die Arbeiter.

In angenehmer Abendstimmung mit Leckerbissen vom Grill wurde die Diskussion wieder aufgenommen. Eine gute Qualität in der Ausbildung wird mit den am Projekt beteiligten Betrieben in den Themenfeldern erfolgreiche Berufsfrühorientierung, Ausbildungsfähigkeit der Betriebe, starke Vernetzung der Lernorte und intensivere Kommunikation zwischen der ausbildenden Fachkraft und dem Auszubildenden (weiter)entwickelt.

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