Innovationen erfolgreich realisieren. Erfinden lernen - lernend erfinden

Autor:
Prof. Dr. Klaus Henning Busch

 

 

Hinweise und Bemerkungen

Für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung der europäischen Länder bei einem schrittweisen Zusammenwachsen zu einem einheitlichen Wirtschaftsraum ist es erforderlich, die Leistungsfähigkeit der Unternehmen in jeder Region Europas so zu gestalten,

* dass kontinuierlich neue Produkte und Leistungen entwickelt werden und

 

* dass diese Produkte und Leistungen über die Grenzen Europas hinaus auf dem internationalen Markt erfolgreich platziert werden können.

Es ist davon auszugehen, dass der Markt innerhalb Europas in kurzer Zeit gesättigt sein wird. Die Wirtschaft und die Beschäftigung werden Wachstumsgrenzen erreichen, in denen ein Handlungsspielraum nur im Rahmen eines harten Verdrängungswettbewerbes existieren wird.

Die Unternehmen müssen sich in Zeiten einer weltweiten Wirtschaftsdynamik daher zunehmend von einer eher abwartenden Übernahme neuer Entwicklungen auf eigenständige Ideenquellen und deren systematischen Nutzung umstellen. Forschung und Entwicklung ermöglichen es den Unternehmen, neue Produkte, neue Verfahren und neue Dienstleistungen auf den Markt zu bringen und sich damit Wettbewerbsvorteile gegenüber den Mitbewerbern zu erarbeiten.

In Zeiten eines dynamischen technisch-technologischen Wandels und eines schnellen Wachstums wissenschaftlicher Erkenntnisse sind diese Innovationsprozesse an permanentes Lernen gebunden. Das Lernen in der aktiven Auseinandersetzung mit innovativen Problemsituationen erfordert speziell angepasste Lernmethoden und Organisationsformen. Das Anliegen dieses Buches besteht also besonders darin, das Lernen in Innovationsprozessen und damit auch gleichzeitig den Innovationsprozess selbst rationeller zu gestalten.

In den einzelnen Abschnitten wird der Weg von dem Erkennen innovativer Problemstellungen, dem Finden innovativer Ideen über deren Bewertung und Realisierung bis zur Umsetzung auf dem Markt dargestellt. Dabei werden besonders die Finanzierung des Innovationsprozesses und der Schutz der innovativen Lösungen berücksichtigt. Es wird außerdem versucht, sichtbar zu machen, dass ohne eine ausreichende internationale Kooperationskompetenz Innovationen auf den entscheidenden Wirtschaftsgebieten nicht mehr realisierbar sind.

Dem Betrieblichen Vorschlagswesen wird ein spezieller Abschnitt gewidmet, da diese Form innovativer Arbeit besonders geeignet ist, die schöpferischen Potenziale eines breiten Kreises der Beschäftigten zu wecken.

Die Möglichkeiten des Einsatzes von Informations- und Kommunikationstechniken werden kurz angedeutet. Auf diesem Gebiet sind in den nächsten Jahren praktikable und preisgünstige Softwareangebote zu erwarten.

Mit dem abschließenden Abschnitt werden einige methodologische Aspekte des Lernens in Innovationsprozessen aufgezeigt. Damit soll dazu beigetragen werden, dass die im Innovationsprozess Arbeitenden und zugleich Lernenden befähigt werden, sowohl den Arbeitsprozess als auch den Lernprozess vorausschauend zu entwerfen, für beide Prozesse die Ziele klar zu formulieren, geeignete Wege zum Ziel zu finden, den Arbeits- und Lernprozess dynamisch dem jeweils erreichten Erkenntnisstand anzupassen, die Ergebnisse und Zwischenergebnisse sowie die Wegführung kritisch zu reflektieren und auf diesen Erkenntnissen aufbauend, die eigene Arbeitsweise zu verändern.

Erste Erkenntnisse und Tendenzen zur Weiterentwicklung der Lernkultur in Innovationsprozessen werden deutlich. Das betrifft insbesondere die Arbeits- und Lernziele, die Lerninhalte, die eingesetzten Organisationsformen und die sich entwickelnden regionalen Netzwerke.

In die Erarbeitung des vorliegenden Bandes fließen die Erfahrungen von Kolleginnen und Kollegen ein, die seit mehreren Jahren in die Realisierung von Innovationsprozessen einbezogen sind oder selbst Innovationen initiiert haben. Zwei Beispiele sollen den „Hürdenlauf" der Ideen veranschaulichen.

Herrn Prof. Dr. Wolfram Knöchel und Herrn Doz. Dr. Hans Joachim Buggenhagen gilt der Dank für die vielseitigen Hinweise im kollegialen Dialog und für die Unterstützung beim Entstehen dieses Buches.

Inhaltsverzeichnis

1           Wege und Irrwege beim Problemlösen

1.1         Ein einführendes Beispiel

1.2         Methodischer Ausblick

2            Der Innovationsprozess

2.1         Innovationen als Erfolgsfaktor

2.2         Die Struktur von Innovationsprozessen

2.3         Das Erkennen innovativer Problemstellungen

2.3.1      Problemsensibilität und Umsetzungsorientierung

2.3.2      Die Delphimethode

2.3.3      Die Szenariomethode

2.3.4      Die Portfoliomethode

2.3.5      Die Hüllkurvenmethode

2.3.6      System- und Prozessanalysen

2.3.7      Methodisches Resümee

2.4         Das Aufbereiten innovativer Problemstellungen

2.4.1      System analytische Betrachtungsweise

2.4.2      Methodisches Resümee

2.5         Das Erarbeiten von Lösungsideen

2.5.1      Methodische Vorgehensweise bei der Ideensuche

2.5.2      Die Analogiemethode

2.5.2.1   Anregungen aus benachbarten Gebieten

2.5.2.2   Anregungen aus der Natur

2.5.2.3   Anregungen aus historischen Quellen

2.5.2.4   Methodisches Resümee

2.5.3      Die Variationsmethode

2.5.3.1   Beschreibung der Vorgehensweise beim Variieren

2.5.3.2   Methodisches Resümee

2.5.4      Die Kombinationsmethode

2.5.4.1   Beschreibung der Vorgehensweise beim Kombinieren

2.5.4.2   Methodisches Resümee

2.5.5      Organisationsformen der Ideensuche

2.5.5.1   Systematisierung von Organisationsformen

2.5.5.2   Ideenkonferenz

2.5.5.3   Schriftliche Ideenkonferenz

2.5.5.4   Methodisches Resümee

3            Das Bewerten von innovativen Lösungsideen

4            Die Finanzierung von Innovationen
              - Erfahrungen aus Beteiligungsgesellschaften

4.1         Finanzierungswege

4.2         Fördermöglichkeiten

4.3         Der Business Plan als Entscheidungsgrundlage

5            Die Finanzierung von Innovationen
              - Erfahrung aus der Arbeit der ATI Küste Rostock

6            Das schutzrechtliche Sichern innovativer Lösungen

7            Das Managen von geistigem Eigentum

7.1         Der Begriff "Geistiges Eigentum"

7.2         Informationsquellen

7.3         Das Managen von geistigem Eigentum

7.4         Schlussbemerkungen

8            Fallbeispiele für das Umsetzen von innovativen Ideen
              zu marktfähigen Produkten

8.1         Sanfte Reinigungskraft

8.2         Der Weg eines Stereo-Visualisierungs-Verfahrens zum Markt

9            Die Realisierung kontinuierlicher Verbesserungen

10          Der Einsatz neuer Medien
              beim Arbeiten und Lernen in Innovationsprozessen

10.1       Internetgestütztes Modulsystem Innovationsmethodik als Arbeits- und Lernsoftware

10.2       Wissensintensive und innovative Informationstechnik-Dienstleistungen

11          Das Erwerben internationaler Kooperationskompetenz

12          Methodologische Aspekte des Lernens in Innovationsprozessen

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ISSN 1863-2157

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Eine Übersicht aller Bände der Schriftenreihe (ab 1992) findet sich hier:

itf-publikationen bis 2013.pdf

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